
Auf der «The Hoff is back»-Tour kann er zeigen, ob er ernstzunehmender Musiker, trashiger Kultbarde oder doch nur gefallener Star mit Alkoholproblem ist.
«Special Guests» beim Auftakt in der Frankfurter Ballsporthalle sind Hasselhoffs Töchter Taylor-Ann und Hayley-Amber sowie das sprechende Auto «K.I.T.T.». Vielleicht trägt der 58-Jährige bei «Looking for Freedom» ja auch wieder seine Lederjacke mit Lichterkette. Im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa spricht er über Familienwurzeln in Deutschland, seine Alkoholprobleme und verrät, ob er noch Kontakt zu «Badenixe» Pamela Anderson hat.
Was macht den US-Sänger David Hasselhoff in Deutschland und Österreich weitaus populärer als in seiner Heimat?
David Hasselhoff: «Allein schon meine Musik. Jemand sagte mir mal, ich sei berühmt als der Amerikaner, der die deutschen Lieder singt. Meine Songs sind ein bisschen wie "Schlager". Wenn man die hört, dann weiß man gleich, dass sie irgendwie aus Deutschland kommen.»
Auch weil Sie deutsche Wurzeln haben? Sie haben ja Ahnenforschung betrieben...
Hasselhoff: «Mittlerweile weiß ich, dass meine Vorfahren aus Völkersen in der Nähe von Bremen kommen. Ich bin im letzten Jahr dort gewesen. Da wohnen tatsächlich Leute, die Hasselhoff heißen und mit mir verwandt sind. Ich habe sogar das Haus gefunden, in dem mein Ur-Urgroßvater gelebt hat. Ich glaube, er ist ungefähr 1865 nach Amerika übergesiedelt.»
Ganz so lange her ist ihre letzte Tournee nicht, aber immerhin schon 20 Jahre. Was können Ihre Fans erwarten?
Hasselhoff: «Es wird aufregend und witzig. Die Show steht unter dem Motto "It's a real good feeling". So heißt auch mein neues Album. Wir haben Lieder zum Feiern und für die jungen Leute ein paar Rock'n'Roll-Songs, die mir persönlich sehr gut gefallen. Lieder, bei denen ein ganzes Stadion mitgehen kann. Ein bisschen wie bei "We will rock you" von Queen.»
Gibt es denn auch den «alten» Hasselhoff?
Hasselhoff: «Wir machen einen Abschnitt über "20 Jahre The Hoff". Angefangen mit meinem Auftritt an der Berliner Mauer 1989 nehmen wir die Leute mit durch 20 Jahre Musikgeschichte. Da ist auf jeden Fall etwas für die ganze Familie dabei.»
Stichwort Familie: Sie treten zusammen mit Ihren Töchtern und deren Band Bella Vida auf. Sind Sie schon aufgeregt?
Hasselhoff: «Ich freue mich darauf. Sie machen eine Art Techno-Pop. Ganz ähnlich wie die Sachen, die auf den Musiksendern MTV und VH1 laufen. So wie Lady Gaga. Das ist wirklich gute, positive Popmusik.»
Ihre gemeinsame Reality-TV-Show «The Hasselhoffs» wurde kürzlich schon nach zwei Folgen abgesetzt. Wollen Sie ihre Töchter jetzt auf diesem Weg ins Showbusiness bringen?
Hasselhoff: «Ich habe den Mädels gesagt: "Ich kann euch die Tür öffnen, diese große Tür ins Showgeschäft. Aber ihr müsst schon selber hindurchgehen." Und das machen wir jetzt gerade. Sie bereiten sich auf den Schritt ins Business vor.»
An Ihrer Alkoholkrankheit hat auch diese Glamourwelt ihren Anteil. Wollen Sie Ihre Töchter wirklich in diesem Geschäft sehen?
Hasselhoff: «Sie wollen bestimmt nicht ins Showbusiness, damit jeder kleine Fehltritt von ihnen in den Medien ausgeschlachtet wird. Jeder hat doch Probleme. Und ehrlich gesagt sind meine viel kleiner als die anderer Menschen. Sie sind nur besser dokumentiert. Und die Sender und Zeitungen, die mich damals berühmt gemacht haben, schlachten sie jetzt aus.»
Sie spielen auf das YouTube-Video an, das Sie zeigt, wie Sie betrunken versuchen, einen Cheeseburger zu essen. Ihre Tochter Taylor-Ann hat es aufgenommen, um Ihnen den Spiegel vorzuhalten. Dann landete es im Internet...
Hasselhoff: «Man muss damit umgehen können, wenn Menschen versuchen, mit meinem Fehlverhalten Geld zu verdienen. Aber was ist denn "angemessenes" Verhalten? Ist es angemessen, ein Problem anzusprechen, das man hat? Ja. Ist es angemessen, Hilfe zu bekommen? Ja. Ist es angemessen, ein privates Video zu veröffentlichen, das nie an die Öffentlichkeit gelangen sollte? Nein. Aber es ist Teil des Geschäfts.»
Sie haben eine enge Beziehung zu Ihren Töchtern, sind seit 2006 zum zweiten Mal geschieden. Gibt es im Augenblick noch eine andere Frau in Ihrem Leben? Und haben Sie noch Kontakt zu Pamela Anderson?
Hasselhoff: «Pamela habe ich zuletzt beim "Comedy Central Roast" gesehen, dieser Satire-Sendung, bei der sie uns veralbert haben. Wir sind Freunde und sehen uns beruflich häufig. Aber wir schreiben uns nicht täglich SMS. Und zur ersten Frage: Die Antwort ist nein.»
Interview: Max-Morten Borgmann, dpa
Quelle: www.musixnews.de


